Das Projekt

Im Projekt „Think Spatial! Jugendliche entwickeln und testen Werkzeuge zum räumlichen und visuellen Lernen“ entwickelten Schülerinnen und Schüler dreier Schulen (htl donaustadt, HAK Laa/Thaya, Islamisches Realgymnasium Wien) gemeinsam mit einem Wissenschaftsteam der Universität für Bodenkultur, Wien und der kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien/Krems das interaktive web-basierte Lernwerkzeug ThinkSpatial! zur Erforschung räumlicher Aspekte des Alltagslebens.

In einem ersten Schritt erhoben und analysierten die Jugendlichen bestehende WebGIS-Applikationen und prüften sie in Hinblick auf ihre Eignung für den Unterricht. Darauf aufbauend wurden Konzepte für eine GIS-Applikation im schulischen Kontext entwickelt. Die Programmierung der Applikation erfolgte unter Anleitung des Wissenschaftsteams großteils durch einen Schüler der htl donaustadt. Eine begleitende Evaluierung verschiedener Prototypen durch Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Lehramt-Studierende half, die Applikation bestmöglich an die Ansprüche der Zielgruppen anzupassen. Die Jugendlichen evaluierten die Applikation durch die Bearbeitung von konkreten Forschungsfragen, die sie im Rahmen von Workshops selbst entwickelten. So lernten sie die typischen Arbeitsschritte eines Forschungsprojektes wie Datenerfassung, -auswertung, Visualisierung sowie Kommunikation der Ergebnisse kennen. Darüber hinaus ergab sich eine intensive Diskussion rechtlicher Aspekte wie Urheberrecht, missbräuchliche Verwendung von Daten und Schutz der Privatsphäre. Die Einbeziehung von mobilen Endgeräten ermöglichte eine unmittelbare Interaktion mit räumlichen Aspekten und raumbezogenen Daten sowie den Einsatz innovativer didaktischer Ansätze.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen erfolgte nach einem transdisziplinären Ansatz und die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen waren in alle Arbeitsschritte eingebunden. Damit trugen die Jugendlichen mit ihrem spezifischen Wissen wesentlich zum Projekt bei und gestalteten „ihre“ Applikation von Anfang an mit, wie auch das Zitat eines Schülers zeigt „…wir durften Teil „echter“ Projekte sein; eine erfrischende Abwechslung zu Schulprojekten“.

Die Applikation Think Spatial! ist ein Prototyp eines räumliches Lernwerkzeugs, das sich zur Erhebung, Beschreibung und Visualisierung raumbezogener Daten eignet. Lehrpersonen können – unterstützt durch Tutorials (Einführungsvideo, Handbuch, moodle-Kurs, Demo-Anwendung), die im Rahmen des Projektes entstanden sind – individuelle Projekte für ihren Unterricht erstellen oder bereits existierende Projekte übernehmen.

Darüber hinaus stellt die Applikation Think Spatial! auch ein Framework für kollaboratives Arbeiten und Forschen zur Verfügung, wodurch ein Einsatz in Planungsprozesse oder Citizen Science Projekte möglich ist. Entsprechende Projekte wurden bereits bzw. werden derzeit gerade umgesetzt. Think Spatial! hat somit nicht nur großes Potenzial für die Integration in den Schulunterricht, sondern auch für die Verwendung im Forschungs- und Planungsbereich.

Fördergeber
Das Projekt ThinkSpatial! wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Rahmen des Forschungsprogramms Sparkling Science gefördert. Ziel von Sparkling Science ist es, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Forschungseinrichtungen zu fördern. Schülerinnen und Schüler sollen als gleichwertige Partner in den Forschungsprozess integriert werden und so nachvollziehen lernen, wie Forschungsprojekte ablaufen.

Projektlaufzeit: 2015 bis 2018